Gusto-Lexikon Qualität & Güteklassen

Sensorische Fehler

  • Begriff
  • 2 Min. Lesezeit

Ein natives Olivenöl extra muss nicht nur chemisch einwandfrei sein, es darf auch keinen einzigen Geschmacksfehler haben. Schon ein leichter Fehler im Panel-Test genügt, damit das Öl nur noch als „natives Olivenöl“ verkauft werden darf.

Die häufigsten Fehler

  • Stichig/schlammig: Geruch nach gärenden Oliven. Er entsteht, wenn Oliven vor der Verarbeitung zu lange lagern oder das Öl zu lange auf seinem Bodensatz steht.
  • Modrig-feucht-erdig: muffige Noten von Schimmel und Erde, oft durch Oliven, die feucht gelagert oder vom Boden aufgelesen wurden.
  • Weinig-essigartig: erinnert an Wein oder Essig, Folge einer Gärung der Früchte.
  • Ranzig: Geruch nach alten Nüssen, Wachs oder Fensterkitt. Das Öl ist oxidiert, meist durch Alter, Licht oder Wärme.
  • Erfrorene Oliven: Noten von feuchtem Holz, wenn die Früchte am Baum Frost abbekommen haben.

Warum Fehler so streng bewertet werden

Die meisten Fehler entstehen nicht erst im Öl, sondern schon vorher: bei beschädigten, faulenden oder zu lange gelagerten Oliven. Ein fehlerfreies Öl ist damit ein Beleg für sorgfältige Ernte und zügige Verarbeitung, genau das, was die Kategorie „nativ extra“ garantieren soll.

Woran Sie Fehler zu Hause erkennen

Riechen Sie am Öl, bevor Sie es probieren. Duftet es nach frischen Oliven, Gras, Kräutern oder Früchten, ist alles in Ordnung. Riecht es muffig, nach Essig oder nach alten Nüssen, hat es einen Fehler. Wie Sie systematisch vorgehen, lesen Sie unter Olivenöl verkosten.

Quellen: Delegierte Verordnung (EU) 2022/2104; Internationaler Olivenrat, Methode COI/T.20/Doc. No 15.

Vertrag widerrufen