Monocultivar

Als Monocultivar, italienisch auch „monovarietale“, bezeichnet man ein Olivenöl, das ausschließlich aus Oliven einer einzigen Sorte gewonnen wurde. Das Gegenstück ist die Cuvée, im Italienischen „blend“, bei der Oliven oder Öle mehrerer Sorten kombiniert werden.

Warum die Sorte so wichtig ist

Die Olivensorte prägt den Geschmack eines Öls stärker als fast jeder andere Faktor. Italien verfügt über mehr als 500 Olivensorten. Laut einer Auswertung von Italia Olivicola machen rund zehn davon etwa 70 Prozent der Produktion aus – darunter Coratina, Ogliarola und Peranzana in Apulien, Frantoio und Leccino in Mittelitalien sowie Nocellara und Biancolilla in Sizilien. In den Abruzzen kommen regionale Sorten wie Dritta, Gentile di Chieti, Toccolana oder Tortiglione hinzu.

Monocultivar oder Cuvée?

Ein sortenreines Öl zeigt das Profil einer Sorte unverfälscht und eignet sich ideal, um Unterschiede kennenzulernen. Eine Cuvée kann dagegen ausgewogener sein, weil sich die Eigenschaften verschiedener Sorten ergänzen: die Frucht der einen, die Bitterkeit oder Schärfe der anderen. Viele traditionelle Haine in Mittelitalien sind ohnehin mit mehreren Sorten bepflanzt, sodass gemischte Öle dort gewachsene Tradition sind. „Monocultivar“ ist also keine Qualitätsstufe, sondern eine Stilfrage.

Typische Profile bekannter Sorten

Als grobe Orientierung gilt:

  • Coratina: sehr kräftig, deutlich bitter und scharf.
  • Frantoio: fruchtig mit grünen, krautigen Noten und spürbarer Schärfe.
  • Leccino: eher mild und rund.
  • Dritta: abruzzesische Sorte aus der Gegend um Loreto Aprutino, meist ausgewogen und mittelfruchtig.

Wie Erntezeitpunkt, Lage und Verarbeitung das Profil zusätzlich verändern, lesen Sie im Beitrag Olivenöl aus den Abruzzen.

Quelle: Italia Olivicola, via QdS.

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