Gusto-Lexikon Qualität & Güteklassen

Panel-Test

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Ob ein Olivenöl als „nativ extra“ verkauft werden darf, entscheidet nicht allein das Labor. Ebenso verbindlich ist die Sinnesprüfung, der sogenannte Panel-Test. Er ist in der EU-Vermarktungsnorm vorgeschrieben und folgt einer Methode des Internationalen Olivenrats (IOC).

So läuft der Test ab

Ein Panel besteht aus acht bis zwölf geschulten Prüferinnen und Prüfern unter der Leitung eines Panelchefs. Jede Person verkostet die Probe für sich aus einem blau gefärbten Glas, damit die Farbe das Urteil nicht beeinflusst. Das Öl wird dafür auf etwa 28 °C temperiert. Auf einem Bewertungsbogen werden die Intensität von Fruchtigkeit, Bitterkeit und Schärfe sowie mögliche Fehler eingetragen.

Wie das Ergebnis entsteht

Aus allen Bewertungen wird der Median gebildet. Für natives Olivenöl extra muss der Median der Fehler bei null liegen und der Median der Fruchtigkeit über null. Natives Olivenöl darf leichte Fehler bis zu einem Median von 3,5 aufweisen. Liegt der Wert darüber, wird das Öl als Lampantöl eingestuft.

Warum der Test so wichtig ist

Viele Mängel, etwa Noten gärender Oliven oder beginnende Ranzigkeit, erkennt keine chemische Analyse so zuverlässig wie eine geschulte Nase. Der Panel-Test ist deshalb das Instrument, mit dem Kontrollbehörden falsch deklarierte Öle aufspüren. Wie Sie selbst systematisch probieren, lesen Sie unter Olivenöl verkosten.

Quellen: Delegierte Verordnung (EU) 2022/2104; Internationaler Olivenrat, Methode COI/T.20/Doc. No 15.

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