Säuregehalt

Der Säuregehalt ist die zentrale chemische Kennzahl für die Qualität von Olivenöl. Er entscheidet mit darüber, ob ein Öl die Güteklasse „nativ extra“ tragen darf.

Was gemessen wird

Angegeben wird der Anteil freier Fettsäuren, ausgedrückt in Gramm Ölsäure pro 100 Gramm Öl. Freie Fettsäuren entstehen, wenn das Fett in der Olive aufzuspalten beginnt – etwa durch beschädigte oder überreife Früchte, lange Standzeiten zwischen Ernte und Verarbeitung oder unsaubere Gewinnung. Je niedriger der Wert, desto gesünder waren die Oliven und desto schonender wurde gearbeitet.

Die Grenzwerte

Natives Olivenöl extra darf höchstens 0,8 % freie Fettsäuren enthalten. Natives Olivenöl liegt bei bis zu 2,0 %. Alles darüber gilt als Lampantöl und ist ohne Raffination nicht verzehrsfähig. Viele hochwertige Öle liegen deutlich unter dem Grenzwert, bei 0,2 bis 0,4 %.

Ein häufiges Missverständnis

Der Säuregehalt sagt nichts über den Geschmack aus – man kann ihn nicht herausschmecken. Ein niedriger Wert bedeutet nicht automatisch ein aromatisches Öl, sondern belegt die schonende Verarbeitung. Für das volle Bild gehören immer die sensorische Prüfung und der Polyphenolgehalt dazu.

Warum wir darauf achten

Weil ein niedriger Säuregehalt kurze Wege und saubere Verarbeitung voraussetzt, verarbeiten wir unsere Oliven aus den Abruzzen zügig nach der Ernte und extrahieren kalt – für einen Wert sicher innerhalb der Klasse „nativ extra“.

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