Xylella fastidiosa
Xylella fastidiosa ist ein Bakterium, das die wasserleitenden Gefäße von Pflanzen besiedelt und verstopft. Bei Olivenbäumen löst es ein rasches Absterben aus, das als Olive Quick Decline Syndrome bekannt ist: Zweige und schließlich ganze Kronen vertrocknen.
Der Ausbruch in Apulien
Im Oktober 2013 wurde das Bakterium erstmals in Olivenbäumen nahe Gallipoli im Salento nachgewiesen. Seitdem hat es sich nach Norden ausgebreitet. Laut einer Dokumentation für das italienische Parlament aus dem Jahr 2024 betrifft die Befallszone rund 40 Prozent der Fläche Apuliens, etwa 8.000 Quadratkilometer, und hat das Überleben von mehr als 10 Millionen Olivenbäumen unwiderruflich gefährdet. Darunter sind viele jahrhundertealte Bäume, die das Landschaftsbild des Salento geprägt haben.
Wie sich Xylella verbreitet
Übertragen wird das Bakterium von Insekten, die Pflanzensaft saugen. In Apulien ist die Wiesenschaumzikade (Philaenus spumarius) der wichtigste Überträger. Weil sich befallene Bäume nicht heilen lassen, setzen die Behörden auf Eindämmung: Bekämpfung der Zikaden, Rodung infizierter Bäume und strenge Auflagen für den Handel mit Pflanzen.
Hoffnung durch tolerante Sorten
Die heimischen Sorten Cellina di Nardò und Ogliarola salentina erwiesen sich als sehr anfällig. Die Sorten Leccino und FS-17 (Favolosa) zeigen dagegen Resistenzmerkmale: Sie können infiziert sein, erkranken aber deutlich schwächer. In der Befallszone dürfen diese Sorten deshalb neu gepflanzt werden. Für den Salento bedeutet das einen tiefgreifenden Wandel seiner Olivenlandschaft.
Quellen: EPPO Reporting Service (2014), Xylella fastidiosa in Apulien; Anhörung im italienischen Parlament 2024, Dokumentation (PDF); Universität Bari, Resistenz gegen Xylella (PDF).